Babytragen

Tragen und Windelfrei

Afrika: wie Mütter Babys lesen – ganz ohne Anleitung. Hier funktioniert windelfrei ohne Apps, ohne Tabellen und ohne schlaue Bücher und trotzdem entsteht ein tiefes Verständnis für das Baby.

Wenn wir auf traditionelle Gemeinschaften in Teilen Afrikas oder Südamerikas schauen, fällt etwas auf, das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Eine Selbstverständlichkeit im Umgang mit Babys. Eine Nähe, die nicht erklärt werden muss. Und ein Wissen, das nicht aus Büchern gelernt wurde – sondern gelebt wird.

Nähe als Grundlage

In vielen dieser Kulturen werden Babys fast durchgehend getragen. Am Körper der Mutter oder anderen Familienangehörigen. Im Tuch oder auch ohne. Babys sind einfach im Alltag integriert und das ganze Dorf, die größeren Kinder und auch Erwachsene, helfen mit Freude mit. Die Mutter ist entlastet und das Baby profitiert davon und lern dadurch schneller als Babys bei uns im Westen oder in den großen Städten.

Körpersprache statt Zeitplan

Während wir im Westen oft versuchen, Abläufe zu strukturieren, geschieht hier vieles ohne festen Plan. Es gibt keine Uhrzeit für Ausscheidung. Keinen festen Rhythmus von außen. Stattdessen entsteht ein natürlicher Fluss. Das Baby signalisiert. Die Bezugsperson reagiert. Nicht immer perfekt, aber verbunden. Die Mutter lernt es von ihrer Mutter. Es ist in der ganzen Kultur verankert. Es ist viel Einfacher, die Zeichen des Babys zu lesen, wenn man es durch Beobachtung und einfach durch das Leben an sich lernt.

Was wir heute oft verloren haben

Wenn ich diese Form der Begleitung betrachte, wird mir immer wieder bewusst, was uns heute oft fehlt. Nicht Wissen im klassischen Sinne. Davon haben wir genug. Was uns fehlt, ist das Vertrauen in unsere Wahrnehmung und unser Gefühl. Bei Windelfrei helfen uns zwar die Anleitungen am Anfang, aber es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Jedes Baby ist einzigartig und jede Familie ist einzigartig und hat unterschiedliche Bedürfnisse. Wie oft habe ich in den Beratungen nur die Mutter stärken müssen, um danach zu zuhören, wie sie die Lösungen plötzlich selber sieht.

Unterstützung darf leicht sein

Körperkontakt erleichtert den windelfreien Weg enorm. So wird man zu einem eingespielten Team und dann kann dir es passieren, dass du plötzlich im Bad stehst, und denkst: „was wollte ich hier eigentlich? Die Waschmaschine läuft, ich muss nicht aurs Klo, hm.“ Und in dem Moment wacht dein Baby im Tragetuch auf und will kurz Pipi machen. Bingo, diesmal klappt´s.

Und da wir nicht immer ein Dorf haben, ist es gut, wenn wir Hilfsmittel haben, die uns helfen, zu entspannen. So wie eine Minimalwindel oder Splitpants, damit eine Panne nicht zu einer Katastrophe wird und das abhalten schnell möglich ist.

Probiere es einfach aus und wenn du Fragen hast, bin ich für dich da.