Windelfrei-Buch

Windelfrei ist Beziehung – nicht Training

Heute schauen wir kurz nach Japan. In Japan hat Sauberkeit einen hohen kulturellen Stellenwert. Sie ist nicht nur privat, sondern auch sozial: die Räume werden sauber gehalten, die Schuhe bleiben draußen.
Ordnung ist einfach ein Teil des Alltags. Und diese Haltung beginnt sehr früh auch im Umgang mit Babys. Jetzt nicht so, dass Babys „trainiert“ werden. Sie werden vielmehr von Anfang an mit Aufmerksamkeit begleitet.

Frühe Aufmerksamkeit statt spätes Eingreifen

Laurie Boucke beschreibt in ihrem Buch „Infant Potty Training“ eine japanische Familie, die am siebten Tag nach der Geburt anfing, die Babys abzuhalten: die ganze Familie half mit. Der Mann und die Schwiegermutter. Am Anfang war es viel Zeit. Um den ersten Geburtstag war es dann fertig : D

Windelfrei im japanischen Alltag – leise integriert

Wenn Mamas beginnen, ihre Babys früh zu beobachten. So entwickelt sich ein Gefühl dafür, wann es der richtige Zeitpunkt ist, abzuhalten. Die Pinkel-Pausen werden mit einem Pipi-Laut begleitet, shii shii (was Pipi bedeutet). Diese eine Mama aus dem Buch hat einfach den Boden mit Zeitungspapier ausgelegt (die Tatami Matten sind ja nicht so leicht zum reinigen), darauf die Windel platziert und darüber das Baby abgehalten.

Viele Familien warten aber länger. Im Winter würden die Matten nicht so schnell trocknen, wenn was daneben ginge, daher warten viele auf den Frühling um den ersten Geburtstag.

Diese erzählung ist von einer Oma. Moderne Familien in Großstädten benutzen WWW. Aber es ist irgendwie schön zu hören, wie es mal früher war.

In Ruhe liegt die Kraft

Als ich vor 25 Jahren auf der Suche nach Inspiration war, habe ich alles verschlungen, was geschrieben wurde. Denn meine Umgebung hat sich auf die Stirn gekloppft und gemeint, ich bin irre. Aber aus den Büchern, die ich gelesen habe, und aus den Erfahrungen mit meinen drei Kindern, kann ich bestätigen, dass es sich so lohnt. Am Anfang ist es vielleicht mehr Arbeit, dafür aber danach, im Kindergarten, kein Kampf mehr.

Viel gelesen, viel erlebt, und so kann ich in jeder Beratung den richtigen Ansatz anbieten. Manchmal braucht es nur die stille Bestätigung, dass du nicht alleine bist. Manchmal braucht es eine Minimalwindel, weil es kalt ist oder eure Matten nicht schnell genug trocken werden.

Es geht gar nicht darum, etwas Neues zu lernen. Es geht darum, wieder zu vertrauen.

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